Klimaneutrale Energieversorgung

Der Klimawandel stellt auch den Wintersportbetrieb in Oberhof und in den Sport- sowie Freizeitstätten des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum vor besondere Aufgaben. In Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften 2023 und in Hinblick auf eine nachhaltige Zukunft werden die Anlagen energetisch ertüchtigt. Das Modelprojekt Klimaneutrale Energieversorgung der Wintersportstätten Oberhof wird durch umweltfreundliche Maßnahmen bei der Wärme-, Kälte- und Stromversorgung für eine nachhaltige und kosteneffiziente Energieversorgung sorgen.

Durch langfristig ökologisch und ökonomisch sinnvolle modular aufgebaute Maßnahmen werden die Senkung der Emission von Treibhausgasen, die nachhaltige und deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs sowie die Umsetzung klimapolitischer Ziele der Bundes- und der Landesregierung angestrebt, die in Gänze zur Umsetzung des Klimagesetzes Thüringen beitragen.

Modularer Aufbau einer zukunftweisenden Initiative

Mit den umfangreichen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen der Oberhofer Sportstätten soll im Herzen der Aktivregion Thüringer Wald ein wesentlicher Akzent in Sachen Nachhaltigkeit gesetzt werden. Mit Einsatz von Abwärme, Biomasse, Kraftwärmekopplung (KWK) und Photovoltaik (PV) kann der Bestrebung eine „klimaneutrale Region Oberhof“ zu etablieren nun auch aus energetischer Sicht Ausdruck verliehen werden.

Die Maßnahmen zur Klimaneutralen Energieversorgung der Wintersportstätten Oberhof werden gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie vom Freistaat Thüringen, vertreten durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz.

Grundlage für die Umsetzung der avisierten energetischen Ziele sind das 2018 erstellte Energetische Konzept für die Sportstätten Oberhof, die erweiterte Untersuchung Photovoltaik aus dem Jahr 2019 sowie die Fortschreibung des Energiekonzeptes von 2022. Hieraus leiten sich im Wesentlichen vier Maßnahmen ab, die in entsprechenden Modulen gegenwärtig ihren Aufbau und ihre Umsetzung finden.

Modul 1: Kaltnetz zwischen den Wintersportstätten Oberhof

Die LOTTO Thüringen EISARENA sowie die LOTTO Thüringen Skisport-HALLE liefern aufgrund ihres Kältebedarfs erhebliche Mengen an Abwärme (zurzeit ungenutzte Abgabe an die Umgebung). Die Abwärme der Kälteaggregate der Wintersportstätten wird in einem Niedertemperaturnetz (Kaltnetz) mit 20 °C Vorlauftemperatur gesammelt, gespeichert und den dezentralen Wärmepumpen der Wintersportstätten im Bereich Grenzadler und Fallbachhang als Primärenergie zugeführt. Sie dient der Beheizung der Gebäude der einzelnen Sportanlagen. Weiterhin soll die Abwärme über Großwärmepumpen auch für das Warmnetz genutzt werden.
 

Effekte der Wärmenutzung über das Kaltnetz

  • Verringerung der Elektroleistungen der Rückkühler
  • Nutzung der Abwärme, welche sonst in die Umgebung abgeführt würde
  • Abwärme steht kostenneutral zur Verfügung
  • Nutzung Abwärmepotenzial der Kältemaschinen für:
    • dezentrale Wärmepumpen zur Beheizung der Wintersportstätten
    • Großwärmepumpe der Fernwärme (Warmnetz)


Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (Förderkennzeichen: 67KSM0088A) und vom Freistaat Thüringen, vertreten durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (Förderkennzeichen: 2020 ESO 0002 und 2021 ESO 0002).

Modul 2: Stromnetz zwischen den Wintersportstätten Oberhof

Parallel zum Kaltnetz wurde ein TWZ-eigenes Stromnetz als „Arealnetz“ zur Verbindung der Wintersportstätten (im Bereich „Grenzadler“ und „Fallbachhang“) untereinander aufgebaut, welches zur Verteilung des eigenerzeugten Ökostroms der Photovoltaikanlagen und der BHKWs dient.
 

Effekte des internen Stromnetzes

  • Verteilung des selbst erzeugten Ökostroms über das interne Stromnetz zu den TWZ-Verbrauchern
  • nur noch ein Einspeisepunkt zum Stromversorger
  • mögliche Eigenstromerzeugung im TWZ
    • BHKWs (2x263 kWel) | 3,8 GWh/a
    • PV 820 kWp | 0,9 GWh/a
    • ∑ Erzeugung: 4,7 GWh/a


Gefördert vom Freistaat Thüringen, vertreten durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (Förderkennzeichen: 2020 ESO 0003).

Modul 3: Warmnetz zwischen den Sportstätten und externen Abnehmern

Der Überschuss der Abwärme, der nicht zur Beheizung der Gebäude der Sportstätten dient, wird über das Warmnetz an Kunden in Oberhof geliefert. Avisiert wird eine Einspeisung via Großwärmepumpen (2x500 kW), Biomethan-BHKWs (2x390 kWth) und Biomassekessel (1x1.200 kW). Als Energieträger fungieren Biomethan und Holzhackschnitzel aus der unmittelbaren Umgebung von Oberhof. Die Energiezentrale soll an der „Tambacher Straße“ positioniert werden.
 

Chancen des internen Warmnetzes

  • Aufbau einer umweltfreundlichen Fernwärme für Oberhof mit vielen wichtigen Abnehmern mit Erweiterungsmöglichkeiten für die gesamte Kernstadt
  • deutliche Einsparung von Stromkosten beim TWZ
  • Aufbau einer (fast) klimaneutralen Wärme-, Kälte- und Stromversorgung des TWZ, Vorbildwirkung für alle Wintersportorte und Leuchtturmprojekt
  • Unterstützung des Ziels Luftkurort


Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (Förderkennzeichen: 67KSM0088B).

Modul 4: PV-Anlagen der Wintersportstätten Oberhof

Der erzeugte Solarstrom der Photovoltaikanlagen auf den Dächern bzw. Fassaden der Wintersportstätten wird über das TWZ-eigene Netz allen Verbrauchern des TWZ (im Bereich „Grenzadler“ und „Fallbachhang“) zugeführt. Photovoltaikanlagen werden auf Dach- und an Fassadenflächen vorgesehen, welche bzgl. Ausrüstung, Neigung und Statik zur Nutzung geeignet sind.

 

Effekte der Nutzung der Photovoltaik-Technik

  • Eigenstromversorgung des TWZ zu 18-21% über Solarenergie
  • Abdeckung des sommerlichen Strombedarfs und von Grundlasten am Tag
  • durch Einsatz von Elektrospeicher(n) auch Nutzung in den Nachtstunden
  • Sichtbarkeit der umweltfreundlichen Stromerzeugung


Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (Förderkennzeichen: 67KSM0088A) und vom Freistaat Thüringen, vertreten durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (Förderkennzeichen: 2021 ESO 0001).