Mega-Metropole orientiert sich an Oberhof


Daumen hoch: Zhang Zefeng (Mitte), der sportliche Generaldirektor der Provinz Hebei, während seines Besuchs in Oberhof.

Für die Olympischen Winterspiele 2022 setzt Chinas Hauptstadt Peking verstärkt auf deutsches Know-How. Eine kleine Stadt im Thüringer Wald hat es den Gastgebern dabei besonders angetan.

Oberhof (26.04.19) – Was haben eine Weltstadt wie Peking und das beschauliche Oberhof eigentlich gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Wohnen in der Mega-Metropole doch weit über 22 Millionen Einwohner, so bringt es das Rennsteig-Städtchen auf deren 1.650. Pulsierender Gigantismus trifft auf Naturverbundenheit, rasanter Wachstum auf deutsche Gründlichkeit. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – ist Oberhof mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2022 für die chinesische Hauptstadt so interessant.

„Von Oberhof und den Sportstätten zeigt man sich bei uns sehr begeistert. Wir hoffen, dass wir auch langfristig ein enges Netzwerk aufbauen können, um voneinander zu lernen“, sagt Zhang Zefeng, der sportliche Generaldirektor der Provinz Hebei, welche die Städte Peking und Tianjin umschließt, bei seinem Besuch am Donnerstag-Nachmittag. Gemeinsam mit einer 18-köpfigen Delegation stand für Zefeng nach einem Arbeitsmeeting mit DOSB-Vertretern in Frankfurt/Main ein Treffen mit dem Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum Oberhof sowie die Besichtigung ausgewählter Sportstätten auf dem Programm. Insbesondere die Schanzenanlagen, die LOTTO Thüringen Skisport-HALLE sowie die Schneeproduktion und -lagerung standen dabei im Fokus.

„Dass man sich in China von unserer Arbeit begeistert zeigt, zeigt uns wiederum, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Dr. Hartmut Schubert, Oberhof-Beauftragter der Landesregierung und Vorsitzender des Zweckverbandes, der erst Ende Februar Chinas Sportminister und Chef des Chinesischen Olympischen Komitees Gou Zhongwen am Rennsteig begrüßen durfte.

Besonders beeindruckt zeigte sich die Delegation von der Kompaktheit der Sportanlagen und den geringen Entfernungen. „Wir müssen bei den Winterspielen 2022 zum Teil Strecken von über 250 Kilometern überbrücken“, verrät Zefeng. Eigens für diese Entfernungen wurde bereits eine Bahnverbindung errichtet, welche die Reisezeit via Hochgeschwindigkeitszug auf 40 Minuten begrenzen soll.

Für ein kleines Schmunzeln sorgte indes die Frage, wann sich Oberhof eigentlich selbst für die Ausrichtung der Spiele bewerben wolle, schließlich sei eine Doppel-WM Biathlon sowie Rennrodeln im Jahr 2023 bereits ein guter Gradmesser. Mit einem entsprechenden Augenzwinkern konnte hier allerdings darauf verwiesen werden, dass die Möglichkeiten einer Weltstadt wie Peking und des beschaulichen Oberhof dann doch noch (etwas) zu weit auseinander liegen.

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