Dank des „Birx“ aufs Dach der Welt

Everest Challenge Oberhof Birx
Höhen-Tortur: Philipp Horn (r.) & Co. am legendären Oberhofer "Birxsteig". Binnen eines Tages galt es je 253 (!) Anstiege und somit über 8850 Höhenmeter zurückzulegen. Fotos: R. Knoll

Rekordversuch für den guten Zweck: Fünf Oberhofer Sportler sorgen am gefürchtetsten Anstieg des gesamten Biathlon-Weltcups für wahrhaftige HÖCHSTleistungen.

Oberhof (25.03.21) – Er ist legendär, er ist gefürchtet und nun auch noch Grundlage für einen verrückten Rekordversuch: Der Oberhofer „Birxsteig“. Der kräftezehrende Anstieg am Rande der LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig gilt nicht nur unter Biathleten als einer der schwersten weltweit. 35 Höhenmeter und schier nicht enden wollende 270 Meter reiner Anstieg – allein das einmalige Überqueren des „Birx“ bringt so manch Hobby-Langläufer an seine Grenzen. Nicht so eine wagemutige Fünfergruppe um Biathlet Philipp Horn. Dessen Ziel: Die 253-fache „Birx-Erklimmung“.

„Bei dieser Anzahl von Anstiegen und den so zurückgelegten Höhenmetern würden wir auf dem Mount Everest ankommen. Den „Birx“ haben wir dafür letztlich bewusst gewählt, da er ein absolutes Wahrzeichen in der LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig ist“, sagt Horn, der bereits seit geraumer Zeit mit dem Gedanken spielte, sich einer solchen Herausforderung zu stellen. Gemeinsam mit Freundin und DSV-Skilangläuferin Antonia Fräbel sowie den Biathleten Erik Weick, Simon Kaiser und Tim Wolter war es nun so weit. Am Mittwoch, pünktlich um 3.00 Uhr morgens (!), machte sich das Quintett – ausgestattet mit frisch gewachstem Untersatz und Stirnleuchten – in die Spur, um sich jeweils dem äußerst ambitionierten Höhenritt zu stellen.

Als zweieinhalb Stunden später die ersten Sonnenstrahlen den Tag begrüßten, waren bereits 40 Runden abgespult, gegen 8.30 Uhr deren 85 und somit umgerechnet das Gipfelkreuz der Zugspitze (2962 Meter) erreicht. Am höchsten Punkt des „Birxsteig“ – der sich durch die Einbringung einer Unterführung im Vorjahr auf 841,85 Meter über Normalnull (NN) erhöhte – angekommen, ging es über die neue Abfahrt Richtung FIS-Schneise zurück zum Fuße des Stieges. Der Vorteil: Das Rundenformat von 672 Metern gab den Kletterkünstlern die Möglichkeit im Fluss zu bleiben und die Erklimmung des „Dachs der Welt“ am Stück zu bestreiten.

„Ab Runde 150 wurde es richtig zäh, ab Runde 200 nur noch eine Qual. Ich war froh, dass wir uns gegenseitig so motiviert haben. Alleine hätte ich das nicht geschafft“, sagt Philipp Horn, für den die Tortur kurz nach 19 Uhr – erneut mit Stirnlampe ausgestattet – ein Ende hatte. „Noch nie, wirklich noch nie habe ich mich so sehr auf mein Bett gefreut“, gesteht der 26-Jährige rückblickend.

Verpflegung am Streckenrand

Im Schnitt verbrauchten Horn & Co. gut 10.000 kcal über eine Gesamtstrecke von sage und schreibe 170 Kilometern. Kein Wunder, dass Haupt- und Zwischenmahlzeiten direkt am Streckenrand eingenommen wurden. Campingstühle und Thermoboxen erwiesen sich dabei als zuverlässige Edelhelfer. Besonders schmackhaft schien die „Everest-Challenge“ übrigens Erik Weick zu munden, der die Skier nach 15 Stunden und 15 Minuten – inklusive Pausen – völlig erschöpft, aber glücklich am Gipfel abschnallen durfte.

Übrigens: Dank der Unterstützung einiger Sponsoren konnten die fünf Gipfelstürmer eine Spendensumme von 4.000 € „erklimmen“. Diese kommt der Förderung des Thüringer Ski-Nachwuchses sowie weiteren sozialen Projekten zu Gute. (rk)