Toughe Sportler und einzigartiges Ambiente

Gettingh Tough Oberhof 2021
60 Hindernisse, fünf Sportstätten, ein Ziel: Die zweite Auflage des "Getting Tough 5Elements" in Oberhof entpuppt sich einmal mehr als voller Erfolg. Foto: R. Knoll

Die zweite Auflage des Hindernislauf-Klassikers Getting Tough beweist eindrucksvoll, dass die Oberhofer Sportstätten nicht nur im Winter eine Reise wert sind.

Oberhof – 1.000 begeisterte Starter, 60 kräftezerrende Hindernisse, fünf Sportstätten: Die 2. Auflage des Hindernislauf-Klassikers „Getting Tough 5Elements“ in Oberhof beweist eindrucksvoll, welches Potential auch im Sommer in der kleinen Rennsteigstadt schlummert, wenn man gewillt ist dieses mit frischen Ideen, Leidenschaft und jeder Menge Teamplay zum Leben zu erwecken.

Doch von vorn: Knapp über 1.000 Läuferinnen und Läufer sowie erstmals auch etliche Zuschauer pilgerten am Samstag nach Oberhof, um sich auf einem außergewöhnlichen und mit etlichen Hindernissen gespickten Rundkurs über 17 respektive neun Kilometer zu „quälen“. Während auf der langen Strecke der Münchner Christian Röttger in einer bemerkenswerten Laufzeit von 1:25:21 Stunden Vorjahressieger Charles Franzke (Saalfeld) entthronte, sicherte sich bei den Frauen die Landauerin Carina Bungard in 1:47:06 Stunden den Sieg. Tatsächlich jedoch durfte sich an diesem Tag jeder als Sieger wähnen, der die Ziellinie nach 700 passierten Höhenmetern erreichte.

„Die Pandemie hat unsere Planungen und Vorbereitungen auch diesmal maßgeblich bestimmt“, sagt Organisator Alexander Rödiger, der den in Rudolstadt gereiften Hindernislauf-Klassiker im Vorjahr erstmals in seine Heimat lotste. „Als wir grünes Licht für die zweite Auflage bekommen haben, blieben uns noch acht Wochen bis zum Start. Doch es hat alles funktioniert und wir haben gesehen, in welche Richtung es hier in Oberhof gehen kann. Vielleicht zukünftig auch mal über ein gesamtes Wochenende, so dass wir von dieser Begeisterung einfach noch mehr partizipieren dürfen.“

Gelebtes Miteinander

Für Rödiger, der neben seiner erfolgreichen Karriere als Bobsportler mittlerweile ein Trainerstudium in Köln bestreitet, standen die letzten Wochen ganz im Zeichen von Getting Tough. Genauso wie für Mitorganisator Jens Roß und die Rudolstädter Getting-Tough-Crew um Schauspieler und Ausnahme-Athlet Markus Ertelt. „Das Großartige an dieser Veranstaltung ist, dass das Miteinander auf und abseits der Strecke absolut im Vordergrund steht“, sagt Roß und ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort und der Crew aus Rudolstadt ist ein absoluter Gewinn. Es ist ein völlig unkompliziertes und zielführendes Arbeiten, bei dem man immer wieder gemeinsam nach Lösungen sucht.“

Und diese Einstellung spiegelt sich auch unter den Läuferinnen und Läufern wider. Egal ob beim Erklimmen der LOTTO Thüringen Schanzenanlage, Durchqueren der LOTTO Thüringen Skisport-HALLE, Überqueren von Eskaladierwänden, Durchtauchen von Wasserhindernissen oder beim Bezwingen des legendären „Birxsteig“ in der LOTTO Thüringen Arena – wenn Hilfe gebraucht wird, verwandeln sich Extremläufer in binnen kürzester Zeit zu absoluten Teamplayern.

Vielleicht auch ein Grund, warum Markus Ertelt – der sich bereits mit so manch internationalem und nicht zuletzt dem WM-Titel krönen durfte – diesem Sport so verfallen ist. „Ich habe eigentlich gedacht, dass ich schon alles gesehen und so gut wie alles gelaufen bin. Hier in Oberhof wurde ich jedoch eines Besseren belehrt. Das Ambiente macht den Lauf zu etwas ganz Besonderem. Denn wo sonst, laufe ich durch eine Rennschlittenbahn, durch eine Skihalle, durch ein Biathlon-Stadion und dann auch noch zwei Schanzenkomplexe hinauf – und das alles in einem Rennen“, sagt Ertelt.

Nach der erfolgreichen zweiten Oberhofer Auflage wollen sich die umtriebigen Getting-Tough-Organisatoren nun zukünftig auf Rudolstadt und Oberhof als Main-Events konzentrieren.

Und da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, ist es auch kein Wunder, dass mit dem 11. Juni 2022 bereits das nächste toughes Wiedersehen auf den Höhen des Rennsteiges feststeht.