Solides Seilgeflecht sorgt für Halt am Hang

Schneefangsysteme an den Oberhofer Schanzenanlagen.
Solider Partner in der kalten Jahreszeit: Schneeauffangsysteme sorgen auch an den Oberhofer Skisprungschanzen für den richtigen und allen voran sicheren Halt. Fotos: R. Knoll
Schneefangsysteme an den Oberhofer Schanzenanlagen.
Solider Partner in der kalten Jahreszeit: Schneeauffangsysteme sorgen auch an den Oberhofer Skisprungschanzen für den richtigen und allen voran sicheren Halt. Fotos: R. Knoll

Großes Netz, große Aufgabe: Nach einem perfekten und schier endlosen Winter tauen die Schanzenanlagen im Kanzlersgrund sowie am Wadeberg allmählich auf in Richtung Sommerbetrieb. Bis es soweit ist, wartet auf die Mitarbeiter des Thüringer Wintersportzentrums mit dem Rückbau des Schneeauffangsystems aber noch jede Menge Arbeit in 35 Grad steilem Gefälle.

Oberhof - So manch' Zaungast der LOTTO Thüringen Schanzenanlage im Kanzlersgrund rieb und reibt sich dieser Tage verwundert die Augen: Was ragt denn da bitte unter den (immer noch üppigen) Schneeresten am Aufsprunghang hervor? Ein überdimensioniertes Geflecht aus Seilen! Doch warum?

„Für den Winterbetrieb ist die Installation eines Schneehaltesystems enorm wichtig“, sagt Schanzenchef Tino Feix und ergänzt: „Bevor wir die Aufsprunghänge mit Schnee – im Normalfall handelt es sich dabei um eine Auflage zwischen 30 und 40 Zentimetern - belegen können, werden jeweils drei Riegen mit Stahlseilen verlegt, wobei sich diese talwärts erweitern. An Presshülsen wird dann alle 2,5 Meter horizontal ein Netz eingestrickt. Präparieren wir dann den Hang, kann sich die Schneelast gleichmäßig auf die Stahlseile verteilen.“ Ein Abrutschen des Schnees oder gar ein Lawineneffekt wird so, bei einem Aufsprung-Winkel von stattlichen 35° (!), von vornherein verhindert.

Vergleichbare Gleiteigenschaften

Nach dem aufwendigen Rückbau der Schneehaltesysteme, der am Wadeberg (Jugendschanze HS70) bereits begonnen hat, werden die Anlagen durch das Team des Thüringer Wintersportzentrum Oberhof wieder fit für den Sommerbetrieb gemacht. Gesprungen wird dann wiederum auf Kunststoffmatten, die für und während des Sprungbetriebes befeuchtet werden und dadurch eine ähnliche Gleiteigenschaft aufweisen wie Schnee.

Die ersten Sommer-Trainingssprünge werden Mitte Mai am Wadeberg erwartet. Im Kanzlersgrund wird es auf der Rennsteig-Schanze (HS100) sowie der Großschanze „Hans Renner“ (HS140) indes ab Ende Mai wieder „hoch und weit“ hergehen. (rk)