Oberhofer Premiere tough gemeistert

Toughe Starter, toughe Steigungen: Auch die 700 Treppenstufen entlang der Hans-Renner-Großschanze durften bei der GETTINGTOUGH-Erstauflage nicht fehlen. Foto: Christian Heilwagen

Insgesamt 1.000 Teilnehmer sorgen für eine beeindruckende Erstauflage des Gettingtough-5-Elements Hindernislauf durch die Oberhofer Spitzensportstätten.

Oberhof – Während sich so manch einer am vergangenen Samstagmorgen nochmals gemütlich die Bettdecke über beide Ohren zog, um möglichst entspannt in das erste richtige Herbstwochenende des Jahres 2020 zu gleiten, herrschte auf dem Oberhofer Stadtplatz bereits reges Treiben. Der Grund: Die Premiere des Gettingtough-5-Elements Hindernislaufs, welche – jeglichem Schmuddelwetter zum Trotze – die maximal mögliche Teilnehmerzahl von 1.000 Starterinnen und Startern in die kleine Rennsteig-Stadt und auf zwei einzigartige Streckenformate lockte.

Die anspruchsvollste Herausforderung bot zweifelsfrei die Langdistanz über 17 Laufkilometer – 650 Höhenmeter und 45 spektakuläre Hindernisse inklusive. Entgegen gewohnter Gepflogenheiten mussten dabei die traditionsreiche Rennrodelbahn sowie die Schanzenanlagen im Kanzlersgrund und am Wadeberg bergauf bezwungen werden. Die verbleibenden Kräfte galt es geschickt auf den legendären Birxsteig in der LOTTO Thüringen ARENA, kräftezehrende Zuwegungen sowie einen erfrischenden Abstecher durch die LOTTO Thüringen Skisport-HALLE zu verteilen. „Ich bin definitiv stolz darauf, dass wir eine solche Veranstaltung – gemeinsam mit einer tollen Gettingtough-Crew, Sponsoren, Helfern und Unterstützern – in meiner Heimat auf die Beine stellen konnten“, sagt Alexander Rödiger, Vize-Olympiasieger im Viererbob von Pyeongchang, der sich gemeinsam mit Jens Roß, Inhaber der Sportrechteagentur JR Sport, seit über einem Jahr für die Oberhof-Premiere des Extremlaufs einsetzte.

„Dass ein Sportevent gleich durch all unsere Sportstätten führt, ist zudem eine Premiere“, sagt Dr. Hartmut Schubert, Vorsitzender des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum (TWZ) und zugleich WM- und Oberhof-Beauftragter der Thüringer Landesregierung. „Die nachhaltige und ganzjährige Nutzung der Anlagen ist nach Abschluss der umfangreichen Modernisierungs-Maßnahmen unserer WM- und Spitzensportstätten definitiv das große Ziel. Dass Formate wie Gettingtough zudem neue Zielgruppen und Gäste auf den Rennsteig führen, zeigt, welches Potential dank kreativer Ideen, Mut und Engagement abgerufen werden kann“, so Schubert weiter.

Mut und Einsatz werden belohnt

Lange Zeit war jedoch unklar, ob mit der Gettingtough-Erstauflage in Oberhof ein weiteres sportliches Highlight dem Coronavirus zum Opfer fällt. Nachdem der avisierte Start von Mitte August auf Ende September verschoben werden musste, begann für die Organisatoren die bange Zeit des Wartens. „Die Planung unter solchen Voraussetzungen war natürlich auch eine absolute Premiere. Premiere Nummer drei, wenn man so will“, gesteht Mitorganisator Jens Roß und ergänzt: „Ein großes Dankeschön geht in diesem Zusammenhang an das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen, Landrätin Peggy Greiser und das Ordnungsamt der Stadt Oberhof, die unserem Hygiene- und Infektionsschutzkonzept zugestimmt und es unterstützt haben.“

Aus sportlicher Sicht wussten allen voran der Rudolstädter Charles Franzke und Ski-Langlauf-Hoffnung Lisa Lohmann (WSV Oberhof) zu überzeugen. In lediglich 1:20:57 Std. setzte Extremläufer Franzke die absolute Tagesbestzeit, die 19-jährige Lohmann lies auf heimischem Terrain der Frauenkonkurrenz mit 1:44:22 Std. keine Chance. Auf der Kurzstrecke über neun Kilometer sicherten sich indes der Berliner Lucas Kempe (42:47 min.) und Sarah Drees aus Unna (58:45 min.) den Sieg.

„Natürlich hätten wir gerne mehr Teilnehmern grünes Licht geben wollen, begeisterte Zuschauer an den Strecken begrüßt und hätten den spektakulären Massenstart erlebt – aber angesichts der aktuellen Umstände, sind wir mehr als froh, dass wir den Lauf in enger Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum überhaupt umsetzen konnten“, zeigt sich Markus Ertelt, einer der Cheforganisatoren von Europas härtestem Hindernislauf, dem "Gettingtough – The Race" in Rudolstadt, begeistert, und ergänzt: „Die Resonanz war bereits jetzt großartig und die Gegebenheiten hier vor Ort bieten noch so viele Möglichkeiten. Deshalb wird es unser Ziel sein, neben Rudolstadt auch Oberhof als feste Gettingtough-Größe zu etablieren.“


DIE ERGEBNISSE - TOP 3:


17 Kilometer – lange Strecke (17 km)

Frauen:

  1. Lisa Lohmann – 1:44:22,3 Std.
  2. Sarah Drees – 1:52:49,0 Std.
  3. Sabrina Brinkmann – 1:54:27,7 Std.

Männer:

  1. Charles Franzke – 1:20:57,7 Std.
  2. Lucas Kempe – 1:21:20,2 Std.
  3. Christian Röttger – 1:32:33,9 Std.
     

9 Kilometer – kurze Strecke (9 km)

Frauen:

  1. Sarah Drees – 0:58:45,8 Std.
  2. Nadja Schulze – 1:00:01,0 Std.
  3. Nicole Biolik – 1:02:37,0 Std.

Männer:

  1. Lucas Kempe – 0:42:47,9 Std.
  2. Frank Hausmann – 0:46:42,5 Std.
  3. Chris Lemke – 0:47:45,2 Std.
     

Sonderwertung Treppenlauf Kanzlersgrund (200m / 700 Stufen)

Frauen:

  1. Heike Schulze – 5:39,3 min.
  2. Lisa Lohmann – 6:01,0 min.
  3. Petra Müller-Jungheinrich – 6:07,0 min.

Männer:

  1. Lucas Kempe – 4:12,7 min.
  2. Charles Franzke – 4:45,5 min.
  3. Christian Röttger – 4:48,7 min.