Vom Vorläufer zum Leistungsträger

Bodenständig, reflektiert, erfolgreich: Biathlet Philipp Horn in der LOTTO Thüringen ARENA. Foto: R. Knoll

Oberhof (22.04.2020) – Wir schreiben das Jahr 2004. Die Biathlon-WM in Oberhof ist in vollem Gange. Zehntausende Zuschauer am Grenzadler, Millionen vor den heimischen TV-Geräten, Biathlon-Legenden des Schlages Fischer, Björndalen, Poirée, Wilhelm & Co. begeistern in der Loipe. Und mittendrin: Ein erst neunjähriger Junge, dessen kleines Herz bis zum Anschlag pocht. Sein Name: Philipp Horn.

„Ich war schon damals der größte Biathlon-Fan und habe die WM-Starter vergöttert. Über meinen Verein durfte ich sogar als Vorläufer in die Arena, und das hat in mir den Wunsch geweckt, irgendwann selbst im Feld der Großen und vor dieser Kulisse starten zu wollen“, erinnert sich der sympathische Athlet des SV Eintracht Frankenhain zurück. „In der zurückliegenden Saison habe ich an diese Momente des Öfteren gedacht. Dass ich in Antholz nun tatsächlich bei einer Biathlon-WM starten und sogar eine Medaille mit nach Hause nehmen durfte, ist eigentlich unglaublich“, so der 25-Jährige heute.

Mit Blick auf die Heim-WM 2023 avanciert der Skijäger, dem in der Saison 2019/20 der Weltcup-Durchbruch gelang, nun vom einstigen Vorläufer zum Hoffnungsträger. „Ich habe jetzt Blut geleckt und bin bis in die Fingerspitzen motiviert. In Antholz habe ich aber auch mitbekommen, wie aufgeregt Lokalmatador Lukas Hofer bei seiner Heim-WM war. Die mentale Herausforderung ist gewaltig.

Besonders beeindruckt zeigt sich Philipp Horn indes vom Start der umfangreichen Bau- und Modernisierungsarbeiten in Oberhof. „Es ist klasse zu sehen, dass es so gut vorangeht. Als ich gehört habe, dass die Arena so umfangreich umgebaut wird, habe ich mich zuerst gefragt, wie ich mein Training umgestalte. Mit der Ausweichvariante auf dem ‚Teller‘ wird uns jedoch eine gute Alternative geboten“, sagt Horn und ergänzt: „Ich durfte viele Stützpunkte der Welt sehen und kennenlernen. Doch für mich bleibt Oberhof nach wie vor die Nummer eins. Wir haben sämtliche Sportstätten und Trainingsmöglichkeiten auf engstem Raum. Mehrere Schießbahnen, Laufbänder und nicht zuletzt die LOTTO Thüringen Ski-HALLE. Das ist einzigartig und genau das, weiß ich auch zu schätzen.“

Auch der stufenweisen Erweiterung der Oberhofer Schneedepots von 15.000 auf 50.000 m³ steht der gebürtige Frankenhainer positiv gegenüber: „Viele sehen mitunter nur den Biathlon-Weltcup, wollen genau dann die perfekten Bedingungen. Das ist legitim und das ist durchaus verständlich. Jedoch ist die Zeit darum, insbesondere auch für den Nachwuchs, enorm wichtig. Wir wachsen an unseren Herausforderungen, und dafür sind gute Trainings- und Wettkampfbedingungen in den Sportstätten elementar – auch abseits der großen Events.“

Wann jedoch erstmals wieder an normales Training zu denken ist, steht aufgrund der anhaltenden Corona-Krise in den Sternen. „Unser offizieller Trainingsstart ist der 1. Mai. Normalerweise stand dann immer eine gemeinsame Radtour mit zehn bis 15 Personen an. Diese und kontaktfreudige Spielsportarten wird es für uns in allzu naher Zukunft wohl nicht geben“, sagt Horn, ohne jedoch den Zahn der Zeit zu verkennen: „Das Leben entschleunigt aktuell ungemein. Das ist sicher nicht einfach für diejenigen, die einen strafen Tagesablauf gewohnt sind. Aber vielleicht ist das jetzt auch eine Chance. Eine Chance, die Natur bewusster wahrzunehmen und sich auch mal auf andere Ziele zu besinnen.“

So wie einst ein junger Mann, der sein Herz in die Hand nahm und sich auf den Weg machte – vom Vorläufer zum Hoffnungsträger.

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