„Wir haben noch Luft nach oben“

Mit neuen Zielen in die sportliche Zukunft: Stützpunkttrainer Andi Langenhan im Kreisel der LOTTO Thüringen EISARENA. Foto: Ronny Knoll
Mit klarem Fokus Richtung Zukunft: Andi Langenhan, Stützpunkttrainer der Oberhofer Rennrodel-Elite, im Kreisel der LOTTO Thüringen EISARENA. Foto: Ronny Knoll

Nach einer intensiven Wintersaison richtet Thüringens Rodel-Elite um Stützpunktrainer Andi Langenhan den Blick nach vorn. Mit neuen Gesichtern, frischen Impulsen und kommenden Regeländerungen stehen in Oberhof die Weichen klar auf Weiterentwicklung.

Oberhof – Wenn Andi Langenhan durch die LOTTO Thüringen EISARENA geht und den Blick über die 1.354,5 Meter lange Kunsteisbahn schweifen lässt, ist die Begeisterung sofort spürbar. Ob früher als Aktiver oder heute als Trainer: Für den 41-Jährigen aus Oberhof ist die Anlage bis heute ein besonderer Ort – vertraut, inspirierend und voller Möglichkeiten.
 
„Die Bedingungen hier sind außergewöhnlich: kurze Wege, vielseitige Trainingsmöglichkeiten und eine besondere Atmosphäre bei den Heim-Weltcups“, sagt Langenhan. „Viele internationale Trainerkollegen sind beeindruckt von dem, was sie hier vorfinden – und wir dürfen es unser Zuhause nennen.“
 
Nach einer langen Wintersaison, die nach den Olympischen Winterspielen weitere zwei Weltcups sowie Testfahrten im französischen La Plangne – dem Austragungsort der Spiele 2030 – bereithielt, kehrt aktuell etwas Ruhe ein im Thüringer Rennrodel-Lager. „Ab dem 20. April starten wir in die Vorbereitung auf die neue Saison – auch wenn einige Athletinnen und Athleten parallel noch Ausbildungsphasen bei Bundespolizei oder Bundeswehr absolvieren“, sagt der Oberhofer Stützpunkttrainer.
 
Insgesamt 14 Sportlerinnen und Sportler aus dem Olympia- und Perspektivkader sowie die für die Schweiz startende Natalie Maag werden dann vom Trainerduo Andi Langenhan und Claudia Holzhäuser in Oberhof betreut. Neben den Olympiasiegern Max Langenhan und Julia Taubitz rückt auch ein neues Doppelsitzer-Team in den Fokus: Nach dem Rücktritt von Toni Eggert setzen die Verantwortlichen auf das Duo Pascal Kunze und Valentin Steudte. „Wir schenken dem neu formierten Team unser Vertrauen und sind gespannt auf die Entwicklung“, erklärt Langenhan.

Neues FIL-Reglement vor Umsetzung

Für zusätzliche Dynamik sorgt zudem ein neues Reglement des Internationaler Rennrodelverband (FIL), das ab der Saison 2026/27 zunächst im Profibereich eingeführt und später auch im Nachwuchs greifen soll. Ziel ist eine Vereinheitlichung der Schlittenmaße, um allen Nationen vergleichbare Voraussetzungen zu bieten. „Es gibt neue Parameter und Lochmaße, die wir beim Schlittenbau berücksichtigen müssen“, sagt Langenhan. „Das bedeutet neue Formen, neue Schienen und vor allem viel Entwicklungsarbeit – wobei wir mit unserem Stützpunkttechniker Robert Eschrich hervorragend aufgestellt sind.“
 
Mit Blick auf das aktuelle Teamgefüge am Stützpunkt ist dem 2018 vom aktiven Rennsport zurückgetreten Andi Langenhan – der damit zugleich die Tür öffnete für den Profidurchbruch eines gewissen Max Langenhan – jedoch nicht bange. Im Gegenteil: „Wir haben viele unterschiedliche Charaktere im Team und jeder möchte natürlich auch individuell betreut werden. Das ist auch nachvollziehbar. Dennoch ist es ein großer Vorteil, täglich mit der direkten Konkurrenz zu trainieren.“
 
Und auch an klaren Zielen mangelt es im Thüringer Rodellager nicht: „Die Athletinnen und Athleten, die zuletzt in Cortina Medaillen gewonnen haben, sind unfassbar gute Repräsentanten für unsere Sportart. Ich bin unglaublich stolz und froh, solch großartige Athleten in unserer Trainingsgruppe zu wissen. Dennoch wollen wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Die Konkurrenz schläft nicht und auch in gewissen Bereichen – wie beispielsweise in den Startleistungen oder der Konstanz einiger Sportler – haben wir noch deutlich Luft nach oben.“ (rk)